Lebenslauf Schweiz: Foto, Personalien, Zeugnisse
Ein Schweizer Lebenslauf sieht anders aus als einer aus den USA und auch etwas anders als einer aus Deutschland. Er darf länger sein, er nennt mehr Personalien und er verweist auf etwas, das es in vielen Ländern gar nicht gibt: das Arbeitszeugnis. Hier steht, was üblich ist, was freiwillig ist und was du weglassen kannst.
- Foto
- Personalien
- Länge
- Chronologie und Lücken
- Sprachen
- Arbeitszeugnisse und Referenzen
- Was nicht hineingehört
- Checkliste
Foto: verbreitet, aber freiwillig
In der Schweiz enthalten viele Lebensläufe ein Foto. Pflicht ist es nicht, ausser ein Inserat verlangt es ausdrücklich. Die Career Services der Universität Zürich führen das Foto als freiwillige Angabe.
Wenn du eines verwendest:
- aktuell, höchstens zwei Jahre alt
- Kopf und Schultern, neutraler Hintergrund, Kleidung wie im Job
- gute Auflösung, kein Ausschnitt aus einem Ferienbild
- oben auf Seite 1, nicht als ganzseitiges Deckblatt
Ohne Foto? Völlig in Ordnung. Unser CV-Check zieht dafür keinen Punkt ab.
Personalien: was üblich ist
Üblich: Vor- und Nachname, Adresse oder zumindest Wohnort, Telefonnummer, E-Mail, Nationalität. Geburtsdatum oder Jahrgang sind verbreitet, aber freiwillig.
Bei ausländischer Staatsangehörigkeit: die Bewilligung (B, C, G oder L) oder EU/EFTA. Personalverantwortliche wollen wissen, ob sie dich ohne Bewilligungsverfahren anstellen können. Wer die Angabe weglässt, bekommt oft genau diese Rückfrage oder gar keine.
Freiwillig: Zivilstand, Kinder. Viele lassen es heute weg.
Nicht hinein: Religion, Gesundheit, AHV-Nummer, Lohn der aktuellen Stelle.
Tipp: Schreib die Kontaktdaten in den normalen Text, nicht nur in die Kopfzeile. Viele Bewerbungssysteme lesen Kopfzeilen nicht mit.
Hält dein CV das alles ein? Lade ihn hoch, in 20 Sekunden weisst du es.
CV prüfenLänge: zwei Seiten, drei bei langer Laufbahn
Die Ein-Seiten-Regel kommt aus den USA. Das SECO empfiehlt höchstens zwei Seiten, das BIZ Bern und die UZH Career Services zwei bis drei. Zwei sind also immer richtig, drei nur bei einer langen Laufbahn. Für Lernende und Berufseinsteigende reichen ein bis zwei.
Chronologie und Lücken
Neueste Stelle zuerst. Zu jeder Station Monat und Jahr. Lücken ab drei Monaten fallen auf (so rechnet auch das BIZ Bern), sind aber kein Problem, wenn eine Zeile sie erklärt: Weiterbildung, Reise, Familienzeit, Stellensuche. Dasselbe gilt für Stellen unter einem Jahr: ein Wort wie «befristet» oder «Projektstelle» genügt. Ehrlich und kurz wirkt besser als eine geschickt versteckte Lücke.
Sprachen: mit Niveau
«Englisch gut» lässt zu viel offen. Nutze die Stufen A1 bis C2 des Europäischen Referenzrahmens oder klare Begriffe: Muttersprache, verhandlungssicher, fliessend, gute Kenntnisse, Grundkenntnisse. Ein Sprachdiplom (zum Beispiel Cambridge C1, DELF B2) gehört direkt dazu.
Arbeitszeugnisse und Referenzen
In der Schweiz hast du nach Obligationenrecht Anspruch auf ein Arbeitszeugnis (Art. 330a OR). Zeugnisse gehören ins Bewerbungsdossier, nicht in den Lebenslauf selbst. Leg sie der Bewerbung bei, die neusten zuerst. Im Lebenslauf musst du sie nicht erwähnen.
Referenzpersonen nennst du erst, wenn sie zugestimmt haben, und meist erst auf Nachfrage.
Was nicht hineingehört
Unterschrift (in der Schweiz unüblich), «ß» aus deutschen Vorlagen, Hobbys ohne Bezug, Logos früherer Arbeitgeber, Notenauszüge der Primarschule.
Checkliste
- Kontaktdaten im Text, nicht nur in der Kopfzeile
- Nationalität oder Bewilligung angegeben
- 2 Seiten, 3 bei langer Laufbahn (Einsteigende: 1 bis 2)
- Neueste Stelle zuerst, Monat und Jahr überall
- Lücken ab 3 Monaten und kurze Stellen mit einer Zeile erklärt
- Sprachen mit Niveau
- Abschlüsse mit Titel, zum Beispiel «Kauffrau EFZ»
- Kein ß
- Foto nur, wenn du willst, dann aktuell und professionell
Hält dein CV das alles ein? Lade ihn hoch, in 20 Sekunden weisst du es.
CV prüfenDu weisst jetzt, wie ein Schweizer CV aussieht. batchly.ch passt deinen an jedes Inserat an.
Quellen: UZH Career Services, Ratgeber Lebenslauf; Art. 330a OR. Stand Oktober 2026. Weiter: So prüfen wir.